barrierfreier badumbau mit ebenem duschzugang

Vom DDR-Standard zum Generationenbad: Barrierefreier Badumbau im WBS 70

Die Herausforderung: Die berüchtigte Beton-Nasszelle

Wer das typische WBS 70 Badezimmer kennt, weiß um die engen Grenzen des Raums. Meist als fertige Sanitärraumzelle (oft aus Leichtbeton oder Gips) in das Skelett des Plattenbaus hineingehoben, misst das klassische Bad selten mehr als knapp vier Quadratmeter. Charakteristisch waren der hohe Einstieg in die kombinierte Badewanne-Dusche, die starre Anordnung von Waschbecken und Toilette sowie die berüchtigte Installationswand, hinter der alle Leitungen verlaufen.

Barrierefreiheit oder gar Rollstuhlgerechtigkeit scheinen bei diesen Gegebenheiten auf den ersten Blick unmöglich zu sein. Doch moderne Sanierungskonzepte und innovative Sanitärobjekte beweisen heute das Gegenteil.

Schritt 1: Abschied von der Wanne – Einzug der Walk-In-Dusche

Das Herzstück einer jeden barrierefreien Badsanierung im WBS 70 ist der Rückbau der alten Badewanne. Sie weicht einer bodengleichen, barrierefreien Dusche. Im Plattenbau lautet die technische Hürde hierbei meist: Wie wird das Abwasser abgeführt, wenn der Fußbodenaufbau extrem flach ist?

Moderne Sanierer lösen dies durch superflache Duschboards mit integriertem Gefälle oder clevere Wandabläufe, bei denen das Wasser direkt in die Vorwandkonstruktion abfließt. Eine großzügige Glasabtrennung, die sich bei Bedarf komplett wegdrehen lässt, schafft visuelle Weite und maximiert die Bewegungsfläche im ohnehin kleinen Raum. Rutschhemmende Fliesen (Klasse R10/B) im Duschbereich bieten zudem den notwendigen Halt.

Smarte Technik und Optik für mehr Weite

Ein barrierefreies Bad darf heute keineswegs mehr nach Krankenhaus oder Pflegeheim aussehen. Ganz im Gegenteil: Durch den gezielten Einsatz von hellen, großformatigen Fliesen an den Wänden wirkt das sanierte WBS 70 Bad optisch doppelt so groß. Wenige Fugen bedeuten zudem einen deutlich geringeren Reinigungsaufwand.

Ein wandhängendes, ergonomisches Waschbecken ist unterfahrbar, sodass man sich bei Bedarf auch im Sitzen bequem frisch machen kann. Das WC kann auf Wunsch leicht erhöht oder flexibel an einer Vorwand installiert werden. Formschöne Haltegriffe, die gleichzeitig als Handtuchhalter fungieren, fügen sich unauffällig in das moderne Design ein. Ein großer, flächenbündiger Spiegel und ein durchdachtes Lichtkonzept aus warmweißen LED-Spots an der Decke nehmen dem Raum endgültig die einstige Tristesse der Platte.

Fördergelder optimal nutzen

Ein solcher Umbau wertet die Immobilie massiv auf und sichert das selbstbestimmte Wohnen bis ins hohe Alter. Da es sich um eine Reduzierung von Barrieren handelt, bleibt man auf den Kosten oft nicht allein sitzen. Die KfW-Bank bietet über das Programm 455-B attraktive Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für den altersgerechten Umbau. Wer bereits einen Pflegegrad besitzt, kann zudem bei der Pflegekasse einen Zuschuss für „Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes“ von bis zu 4.000 Euro beantragen.

Fazit

Das WBS 70 Bad hat enormes Potenzial. Mit modernen Vorwandsystemen, kreativer Raumplanung und dem Verzicht auf die alte Wanne verwandelt sich die einstige DDR-Nasszelle in eine stilvolle, sichere Wohlfühloase, die für alle Lebensphasen gerüstet ist.